Umnutzung Kästli-Fabrik, Bern

Projektierung
2009 - 2010
Ausführungszeitraum
2011
Projektleitung
  • Gian Weiss
Projektteam
  • Bettina Krebs
  • Cyrill Lehmann
  • Fotos
    Marco Frauchiger
  • Text
    Alejandro Hagen

Am südlichen Rand des Unteren Galgenfelds und an einer vielbefahrenen Verbindungsstrasse liegt die ehemalige Kästli-Storenfabrik, in einem Industrie- und Gewerbequartier, das durch die unmittelbare Nachbarschaft des Friedhofs Schosshalde einen städtebaulichen Kontrapunkt erhält. Das in den späten 1940er-Jahren als Zweckbau für die Fabrikation von Sonnenschutzstoren erbaute Gebäude wird heute vom Gewerbe und zu Büro- und Wohnzwecken genutzt. Insbesondere durch Rückbau und durch eine Materialisierung, welche sich am industriellen Charakter des Gebäudes orientiert, erhalten die Geschosse wieder Offenheit und Durchlässigkeit.
Die baulichen Interventionen suchen das gute Verhältnis zwischen Eingriffstiefe und Nutzungsgewinn. So wird im EG durch die Freilegung der offenen Raumstruktur mehr Nutzungsflexibilität geschaffen. Im Gegensatz zum 1. OG hat das 2. OG mehrere Nutzergruppen, was eine Unterteilung der Geschossfläche in unterschiedliche grosse Atelierräume erforderlich machte. Diese sind über einen Gang erschlosssen, der sich im zentralen Bereich der Geschossfläche zu einer Begegnungszone öffnet. Die Eingriffe fügen sich zwar in das Bestehende ein, indem die raumtrennenden Innenwände auf die Unterzüge der Tragstruktur Bezug nehmen, sind aber - durch eine dezente Farbgebung - als solche erkennbar.
Auch im Attikageschoss fallen die Eingriffe sanft aus. Abgesehen vom Rückbau einer WC-Anlage und der Mensaküche wird die Raumstruktur belassen. Koch- und Wohnbereich wurden hingegen zu einem offenen Wohnraum mit Loftcharakter verbunden, von welchem die Terrasse betreten werden kann, die das Geschoss auf drei Seiten umspielt.